Konditoren-Handwerk seit über 50 Jahren



Böblinger Straße 85 um 1920

Als Konditormeister Willi Schurr mit seiner Frau Lore im Jahre 1954 das Haus in der Böblinger Straße 85 ersteigerte und nach umfangreichen Umbaumaßnahmen im Februar 1955 eröffnete, hat er wahrscheinlich noch nicht daran gedacht, daß sein Geschäft heute mittlerweile in der dritten Generation erfolgreich weitergeführt wird.



Stuttgarter Nachrichten, 18.02.1955

Die Frimengründer

Konditormeister Willi Schurr, das seine Lehrzeit in Göppingen im Café Heidle verbrachte und 1935 die Meisterschule in Stuttgart besuchte, legte großen Wert auf Quatität und die Verarbeitung von frischen Früchte, vor allem auch bei der Eisherstellung die bereits ab 1959 im eigenen Hause begann.
Lore Schurr´s Stärken waren vor allem die Buchführung, aber auch im Laden und im Café war sie stets im Einsatz.
Ihre Tochter Ilse startete gleich mit der Ausbildung zur Fachverkäuferin im Konditorenhandwerk und wurde 1958 beim Leistungswettbewerb in der Bundesfachschule für Konditoren in Wolfenbüttel 2. Bundessiegerin.


Zu damaliger Zeit war das Café Schurr nicht nur ein beliebtes Tagescafé sondern vor allem in den Abendstunden gut besucht.
In nächster Nachbarschaft gab es ein Kino, Kegelbahnen sowie das große Heslacher Schwimmbad. Viele Vereine und Stammstische trafen sich regelmäßig, feierten Feste und verbrachten fröhliche Stunden. Desweitern wurden selbstverständlich Faschings- und Silvesterbälle mit Live-Kapelle und Tanz veranstaltet.





Die zweite Generation des Unternehmens wurde eingeleitet, als 1963 der gelernte Konditormeister Franz Wulf in das Hause Schurr einheiratete und mit Frau Ilse das Geschäft 1973 übernahm und ausbaute.
Ein besonderes Augenmerk wurde auf die vorzügliche Qualität der Pralinen und Marzipanwaren aus eigener Herstellung sowie auf kreative Verpackungen und verlockende Schaufensterdekorationen gelegt.
Außerdem wurde die Vielfalt der kleinen Speisen im Café ständig erweitert.


Konditorei - Café Schurr - Ein Kleinod in der Vorstadt
Zeitungsbericht von 1974

Stuttgart. Die Böblinger Straße im südlichen Teil der Schwabenmetropole ist eine typische Vertreterin jener Geschäftsstraßen außerhalb der City in der Vorstadt.
...Durch den modernen Laden hindurch, vorbei an prächtigen Torten und verlockendem Backwerk, betritt der Gast ein Café, daß er sonstwo in der City, nur nicht hier am Stadtrand, erwartet hätte - ein Kleinod für Genießer: das Konditorei - Café Schurr.
... Die rund 80 Sitzplätze des Cafés verteilen sich auf zwei Räume: Die neugestaltete Fensterfront macht den hauptraum hell und luftig, er wirkt weiträumig und aufgelockert. Durch ein dekoratives Wandfenster auch räumlich abgetrennt, gliedert sich ein Nebenraum für etwa 20 Personen - besonders vorteilhaft für Stammtische, Kaffeekränzchen und Gesellschaften. Doch auch optisch hebt sich das Nebenzimmer ab: Großflächige Reproduktionen alter Stahlstiche mit Modebildern aus der Jahrhundertwende - für die eintretenden Gäste ein besonderer und überraschender Blickfang.



Im Jahr 2000 hat Konditormeister Michael A. Wulf das Geschäft übernommen. Auch er hat, wie sein Großvater und Vater sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Er machte seine Lehre im Café Königsbau und absolvierte die Meisterschule in Stuttgart. Dazwischen sammelte Michael Wulf weitere Erfahrungen in anderen Betrieben. So erlernte er in Lindau das Eismachen und entdeckte in Garmisch-Patenkirchen neue Tortenvariationen. In Rottach am Tegernsee beeindruckte den schwäbischen Konditor die rationelle Arbeitsweise, ohne dabei auf Fertigmehle oder andere Zusatzstoffe zurückzugreifen.
Qualität und Kundennähe stehen nach wie vor an erster Stelle.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.